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Riga - StadtGeschichte

 
 
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Geschichte Rigas
Die an einer Meeresbucht liegende Stadt Riga hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Vor allem Deutschland und Russland stritten sich um die Macht über die Stadt, die seit nunmehr gut 20 Jahren Hauptstadt des unabhängigen Staates Lettland ist.

Stellen, an denen Flüsse ins Meer mündeten, waren immer sehr beliebte Siedlungsplätze der Menschen. So ist es auch im Falle von Riga. Die heute mit rund 700.000 Einwohnern größte Stadt des Baltikums geht auf zwei livische Siedlungen zurück, die am Fluss Daugava kurz vor der Mündung in die Rigaer Bucht lagen. Lange Zeit passiert her nicht viel, bis im 12. Jahrhundert deutsche Kaufleute an den Unterlauf der Daugava kommen. 1201 gründet Bischof Albert, der mit Kreuzrittern im Gefolge an den Fluss reist, an dieser Stelle eine Stadt– die Hauptstadt von Livland. Der Name geht übrigens auf den Bach Rige-Bach (lettisch: Ridzene) zurück, der die Stadt damals umfloss und heute zugeschüttet ist. Einfache Befestigungsanlagen schützen die Bewohner – und damit auch die Händler – vor der nicht immer wohl gesonnen Nachbarschaft.
Binnen weniger Jahrzehnte nimmt die Stadt einen ungeheuren Aufschwung. Die günstige Lage an der Flussmündung erlaubt den Händlern, mit relativ geringem Aufwand Waren vor allem über die Ostsee zu transportieren, aber auch an Land von Ost nach West und umgekehrt. Der dadurch entstandene Reichtum lockt immer mehr Menschen in die Stadt, Riga wächst. Schon rund acht Jahrzehnte nach der Gründung im Jahr 1282 wird Riga zur Hansestadt. Die solchermaßen aufblühende Stadt erweckt natürlich das Interesse kirchlicher und weltlicher Herrscher. So streiten sich viele Jahrzehnte lang die Ritter des Deutschen Ordens, die mittlerweile mit ihnen im Clinch liegenden jeweiligen Erzbischöfe und bürgerliche Kaufleute um die Macht über die Stadt. Diese Auseinandersetzungen gehen letztlich zugunsten der Ordensritter aus, die Bischöfe verlieren ihren Einfluss. Die Geschicke der Stadt bestimmen jedoch der von den deutschen Kaufleuten bestimmte Stadtrat sowie der Bürgermeister. Die Letten selbst haben keine Rechte und werden nur zu Hilfsarbeiten herangezogen.
Mitte des 16. Jahrhunderts wird die Stadt für kurze Zeit eigenständig, bevor sie an die Polen fällt. Doch diese verlieren den Krieg gegen die Schweden, so dass diese 1621 die Macht in der Stadt übernehmen. Nicht einmal ein Jahrhundert vergeht, dann müssen sich die Schweden auf dem Feld gegen die Russen geschlagen geben, die 1710 die Herrschaft über Riga bekommen. Diese wechselvolle Geschichte tut jedoch dem weiteren Aufstieg Rigas als Handelszentrum keinen Abbruch. Die Industrialisierung macht auch vor Riga nicht Halt, die Stadt wird an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges leben fast 500.000 Menschen in Riga, das damit nach St. Petersburg zur zweitgrößten Stadt im westlichen Russland wird.
Im Zweiten Weltkrieg gerät Riga für viele Monate in die Nähe der Front zwischen deutschen und russischen Truppen. Fabrikanlagen und Arbeiter werden nach Russland in Sicherheit gebracht. Riga gehört schließlich für kurze Zeit zum Deutschen Reich, wird für wenige Monate unabhängig und im Januar 1919 erneut von russischen Soldaten besetzt. Nun gelingt den Letten die Gründung einer unabhängigen Republik, die 1918 in Riga ausgerufen wird. Der zweite Weltkrieg beendet jedoch in Folge des Hitler-Stalin-Paktes diese kurze Phase der Unabhängigkeit. Am 17. Juni 1940 besetzen russische Truppen die Stadt, viele Tausend Bewohner fallen dem Terror der Besatzer zum Opfer. 1941 vertreibt die Deutsche Wehrmacht die russischen Truppen und installiert in Riga das Reichskommissariat Ostland. Zehntausende Juden werden umgebracht, nur wenige überleben den Horror der Nationalsozialisten.
Im Oktober 1944 erobert die Rote Armee wieder die Stadt. Dies wird der Beginn einer Jahrzehnte währenden sowjetischen Herrschaft in der einstigen Lettischen Hauptstadt. Viele Russen siedeln sich in Riga an, das zu einer bedeutenden Militär- und Industriestadt wird.
Riga ist Ende der 1980er Jahr das Zentrum des Widerstands der Letten gegen die russische Herrschaft. Hier findet 1987 die erste Demonstration gegen die Besatzer statt, ein Jahr später wird in der Stadt die lettische Volksfront gegründet. Am 4. Mai ist Riga der Ort der Verkündung der Unabhängigkeit des Landes, die am 20. Januar 1991 noch einmal in Wanken kommt, als sowjetische Truppen das Innenministerium stürmen und die russische Herrschaft wieder herstellen wollen – allerdings erfolglos.